Chronobiologie der menschlichen Haut: Innere Uhr und Rhythmen der Haut

April 2006

Annette Mehling

Zahlreiche Hautfunktionen unterliegen chronobiologischen Mustern. Die sogenannte circadiane Rhythmizität der Haut wurde intensiv beobachtet. Am Abend und in der Nacht dagegen finden vorwiegend eine Erneuerung der Haut sowie diverse Stoffwechselvorgänge statt. In diesem Beitrag werden Untersuchungen zu chronobiologischen Wirkungen beschrieben, die auf die menschliche Haut einen wesentlichen Einfluss ausüben.

Biologische Rhythmen spielen ein Rolle bei den verschiedenartigsten Lebensvorgängen und sind bei fast allen Organismen - vom Bakterium bis zum Menschen - nachweisbar. Die Chronobiologie als Wissenschaft beschreibt und erforscht die biologischen Rhythmen und die zeitliche Organisation von Lebewesen. Die sogenannte innere Uhr beim Menschen beeinflußt beispielsweise Aktivität, Körpertemperatur, pH-Wert der Haut, die Hautbarriere sowie die Hormonausschüttung.

 

Zeitliche Raster und Vorgänge, die sich periodisch wiederholen, kennzeichnen den Aufbau von Struktur und Funktionen der Lebewesen, beeinflusst von Licht und Temperatur. Der Begriff „circadian“ wurde in den fünfziger Jahren eingeführt und beschreibt eine Periodik, die sich über einen Verlauf von circa 24 Stunden erstreckt und in den Erbanlagen z.T. programmiert bzw. über den Stoffwechsel realisiert wird.

Im hier vorliegenden Beitrag von Annette Mehling werden Untersuchungen zu chronobiologischen Wirkungen beschrieben, die auf die menschliche Haut einen wesentlichen Einfluß ausüben. Zahlreiche Hautfunktionen unterliegen chronobiologischen Mustern. Die sogenannte circadiane Rhythmizität der Haut wurde intensiv beobachtet. Aufgrund dieser kutanen Biorhythmen beim Menschen wird vermutet, dass die Schutzfunktion der Haut über den Verlauf des Tages gegenüber Umwelteinflüssen gestärkt wird. Am Abend und in der Nacht dagegen finden vorwiegend eine Erneuerung der Haut sowie diverse Stoffwechselvorgänge statt.

Abb. 1:
Circadiane Rhythmen in der Reaktionsbereitschaft der Haut
(nach: HTTP://CIRCADIAN-RHYTHMS.CHRONOBIOLOGY.BIZ/ und WWW.AAMCC.ORG/CAP3.HTM9 218.HTM)






Die hier dargestellte Abbildung 1 beschreibt die circadiane Rhythmen in der Reaktionsbereitschaft der Haut. Am späten Nachmittag und abends ist die Reaktionsbereitschaft der Haut höher als am Morgen und frühen Abend. Circadiane Rhythmen sind hinsichtlich Temperatur, Hautbarrierefunktionen, Mikrozirkulation, Schmerzempfinden, Juckreiz, Sebumabsonderung sowie pH-Wert feststellbar. Die Haut von älteren Menschen kann Abnormitäten in diesen Rhythmizitäten aufzeigen. Möglicherweise existieren Geschlechterunterschiede und bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen können eventuell Abweichungen in diesen Rhythmizitäten auftreten.

Die Chronobiologie bezieht sich nicht nur auf medizinische Anwendungen. Chronobiologische Einflüsse sollten beim Versuchsdesign für dermatologische Verträglichkeits- und Wirksamkeitstests an kosmetischen Produkten Berücksichtigung finden. In Abhängigkeit des Versuchsdesigns erscheint es sinnvoll, beispielsweise Messungen der Hautreaktion der Testpersonen zu bestimmten Tageszeiten — nämlich zum gleichen Zeitpunkt — durchzuführen.

Beim Testdesign klinischer Studien, der Entwicklung neuer Arzneimittel und Trägersysteme, bei der Untersuchung von Hauterkrankungen, allergischen Reaktionen und selbst beim Testen von Kosmetika oder in der Patientenberatung ist es ratsam, dass diese mittels chronobiologischer Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse bei Klinikpersonal und Forschern Berücksichtigung finden.

Den ausführlichen Text dieses hier zusammengefassten Beitrags finden Sie, mit zahlreichen Abbildungen und Tabellen versehen, in der englischen Ausgabe von Skin Care Forum.

Annette Mehling

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